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„Lebendiges Miteinander“

br 12. November 2016

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Seit einigen Jahren führen die Schüler der zweijährigen berufsqualifizierenden Berufsfachschule Pflegeassistenz an den BBS Meppen und die Schüler des Berufsbildungsbereichs Hauswirtschaft St. Vitus ein gemeinsames Projekt im Bereich Versorgung und Unterstützung von Menschen durch.




Bei der gemeinsamen Arbeit (Menschen mit und ohne Handicap) können sich die angehenden Pflegeassistenten in Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und Verantwortungsbewusstsein üben. Durch einen gegenseitigen Besuch lernten die Schüler zunächst die Arbeitsbereiche in beiden Schulen und ihre Teampartner kennen. Es wurden Ideen für kreative Ausdrucksmöglichkeiten gesammelt, das gemeinsame Essen geplant und die anstehenden Arbeiten auf die einzelnen Teampartner verteilt. Kochen, Filzen, den Raum dekorieren, das Gestalten von Schlüsselanhängern und Aufbewahrungsboxen - jeder Schüler konnte sich mit seinen persönlichen Ressourcen in das Projekt einbringen. Die sinnliche Wahrnehmung und die Förderung der Feinmotorik bereiteten allen Schülern spürbar Freude.

Vom anderen zu lernen, den anderen zu unterstützen, um Hilfe zu bitten, gemeinsam über Missgeschicke zu lachen, in so großer Runde gemeinsam zu essen - dieses lebendige Miteinander möchten beide Schulen auch im kommenden Schuljahr fortsetzen.

Staatlich geprüfte Pflegeassistentinnen/ Pflegeassistenten werden als Assistenzkräfte in der Altenpflege, der Heilerziehungspflege und der Gesundheits- und Krankenpflege eingesetzt. Sie unterstützen Fachkräfte und arbeiten nach Einweisung und Anweisung selbständig.

Pflegeassistenten helfen bei der pflegerischen Versorgung, unterstützen bei Verrichtungen des täglichen Lebens, wirken bei Angeboten zur Aktivierung, Förderung, Tagesstrukturierung und bei der sozialen Betreuung mit. Die Qualifikation der staatlich geprüften Pflegeassistenten unterscheidet sich von den kurz ausgebildeten und angelernten Hilfskräften in pflegerischen Berufen durch die staatlich geregelte zweijährige Berufsausbildung, die Breite und Tiefe der Ausbildung und deren integrativen Ansatz.

Durch den Erwerb des Berufsabschlusses als Pflegeassistentin / Pflegeassistent verbessern sich auch die Bewerbungschancen für eine weitere Berufsausbildung. Eine Ausbildungsverkürzung ist z.B. in der Altenpflege möglich. Zusätzlich erwerben die Schüler den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss. Die Eingangsvoraussetzungen für diese Ausbildung sind der Hauptschulabschluss, der Nachweis der persönlichen Zuverlässigkeit (erweitertes Führungszeugnis) und der Nachweis der gesundheitlichen Eignung durch den Hausarzt. Die Schülerinnen und Schüler müssen Freude im Umgang mit Menschen haben, die aufgrund ihrer körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen ein eingeschränktes Leben führen. Sie sollen Interesse und Verständnis für die zu pflegenden und zu betreuenden Menschen mitbringen und bereit sein, sich vorurteilsfrei deren Problemen und Bedürfnissen zu nähern. Das setzt ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen voraus. Die tägliche Arbeit mit pflegebedürftigen Menschen bedeutet eine hohe Belastung für die Schülerinnen und Schüler und verlangt ein entsprechend hohes Maß an Verantwortung, Zuverlässigkeit und großes Verantwortungsbewusstsein für sich und die zu betreuenden Menschen sind unerlässliche Voraussetzungen für das berufliche Handeln in der Ausbildung wie im späteren Beruf. Wichtig ist auch, dass die Schülerinnen und Schüler die Bereitschaft zu Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben und die Fähigkeit zur Teamarbeit mitbringen.

Die Pflegeassistenten können somit einen Beitrag für die Entschärfung des Personalmangels in der Alten- und Krankenpflege leisten.

Auf dem Bild: Die angehenden Pflegeassistentinnen der BBS Meppen und die Schüler des Berufsbildungsbereiches Hauswirtschaft St. Vitus mit den Fachlehrerinnen Frau Gels, Frau Hensen und Frau Horst.

K.H. Bruns