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"Mach was Cooles" - Skikurs der Beruflichen Gymnasien

br 23. März 2017

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Am 3. März 2017 war es mal wieder soweit! Die Skikurse des Jahrgangs 12 traten die Reise in eine abenteuerliche Skifreizeit an - Ein Schülerbericht




45 Schüler, darunter unzählige Anfänger, aber auch angehende „Profis“, unter der Führung von fünf Lehrern freuten sich immens auf die da auf sie zu rollende Reise. Nach einer 12 stündigen Busfahrt, die bereits von der Länge jeden in Freude versetzte, kamen wir ziemlich übermüdet und mit Bärenhunger in unserer Behausung für die kommenden acht Tage an. Wir waren im Gasthaus „Gassnerwirt“ in Radfeld/Tirol, ein kleines Dörfchen mitten zwischen den Bergen, untergebracht. Die erste Überraschung tauchte bereits schnell auf. Statt Schnee und kalten Temperaturen fanden wir besten Sonnenschein und Temperaturen jenseits der 15°C auf. Ziemlich verwirrend, nicht wahr? Nach Besorgen der Skiausrüstung, Beziehen der Zimmer und Räumung des anliegenden Dorfladens genossen wir den ersten Tag in Österreich mit Sonnen, Wandern und Vorfreude auf die kommenden Tage.

Am nächsten Morgen wurde jedem bewusst, dass dies kein Erholungsurlaub werden wird. Um 06:30 Uhr aufstehen, 06:45 Uhr Frühstück und dann voll ausgerüstet mit Skiklamotten, Helm, Skiern, Skistöcken und Skischuhen um 07:40 Uhr in den Bus in das 30 Minuten entfernte Skigebiet Hochzillertal in Kaltenbach. Nach der Gondelfahrt zur 1738m hohen Zentralstation trafen wir uns in der morgendlichen Runde, teilten die Gruppen ein und konnten nach einer Aufwärmeinheit und unserem Kampfgeschrei „aufsatteln“ bzw. die Skiausrüstung anlegen.

Dort bekamen wir auch endlich die ersehnte Winterlandschaft zu Gesicht. Berge voll Schnee und Temperaturen unter 0°C. Wir wurden in vier Gruppen, zwei Anfängergruppen, eine fortgeschrittene Gruppen und eine Profigruppe, unterteilt. Die Fortgeschrittenen sind vor dieser Skifreizeit einmal gefahren und die „Profis“ sind die, die bereits zwei oder mehrmals gefahren sind. Für (fast) alle war es sichtlich ungewohnt, zum ersten Mal oder wieder auf den Skiern zu stehen. Nachdem sich die meisten Fortgeschrittenen und Profis einigermaßen eingefahren hatten, düsten diese los und konnten das Skigebiet erkunden.

Die Anfänger hingegen waren zu dem Zeitpunkt froh, halbwegs auf den Skiern stehen zu bleiben und übten fleißig weiter an der Übungspiste. Um dieser Angst natürlich den Garaus zu machen, wurde mit einfachen Übungen und enorm viel Spaß das Skifahren gelernt. Angefangen mit dem richtigem Anziehen der Skier, auf einem Ski fahren, über Slalom fahren bis hin zu leichten Kurven fahren und Bremsen. Vor allem beim Bremsen hatten einige ihre Schwierigkeiten und schrien mehr, als das sie versuchten zu Bremsen. Aber auch die Fortgeschrittenen mussten ihr Gefühl in Sachen Skiern zum Teil schwierig wiederfinden. Nach einem sehr anstrengenden Morgen trafen wir uns alle um ca. 11:30 Uhr wieder bei der Zentralstation, um gemeinsam Mittag zu essen. Jeder hatte unglaublich viel zu erzählen und man wusste nicht, wo man seine Erlebnisse schnellstmöglich loswerden konnte.

Die Mittagspause währte allerdings nur kurz, sodass wir wieder schnell auf den Skiern standen. Der Nachmittag glich in vielen Punkten auch dem Morgen, jedoch bemerken bereits viele, dass ihnen ihre Kraft verloren ging. Skifahren ist nun mal ein anstrengender Sport, dies darf man bei dem ganzen Spaß nicht vergessen. Nach dem ersten Skitag trafen wir uns alle im Tal bei der Gondelstation wieder und konnten im „Aprés Ski“, im kleinen Rahmen natürlich , die Erlebnisse ausklingen lassen. Um 15:40 Uhr sind wir dann mit dem Bus wieder zu unserer Behausung gefahren. Für diejenigen, die stehen mussten, glich die Busfahrt eher einer Achterbahnfahrt. Hier wurden auch mit jedem Skitag die Schlafenden mehr, die nachher ihren Platz in den Bildern des Tages fanden. Besonders diejenigen, die stehend mit ihren Skiern im Arm schlafend, die biologischen Gesetze außer Kraft setzen. Denn Pferde waren wir ja noch immer nicht.

Ein wenig durchgeschaukelt und müde konnten wir anschließend die Duschen aufsuchen und uns Ausruhen. Das Duschen entwickelte sich jedoch ebenfalls zu einem regelrechten Kampf. Bei den vier Duschen galt nämlich keine Reihenfolge, nur „wer zuerst kommt, der malt zuerst“. Das anschließende warme Abendessen um 18:00 Uhr wurde täglich von vielen ersehnt. Für einige hungrige Jungen waren die ersten beiden Abende gefühlt und überspitzt gesagt eine „Kriegsrationierung“, was sich aber am dritten Abend verbesserte. Dennoch kristallisierten sich einige als regelrechte Essensvernichter heraus. Essenstechnisch haben jedenfalls jetzt erstmal alle den Mund gestrichen voll von Nudeln, denn die dienen den Österreichern offensichtlich als Hauptnahrungsmittel.

Der Abend klang traditionell mit den Bildern des Tages, die immer für ganz viel Spaß sorgten, und vielen Spielen aus. Grundsätzlich ähnelten die darauffolgenden Skitage dem ersten, jedoch bemerkten alle schnell, dass das Lernen des Skifahrens gar nicht so schwer ist, wie es am Anfang zunächst schien. Das Hinfallen blieb dennoch bis zum Ende nicht aus. Dies war jedoch auch nicht schlimm, denn so war immer noch genügend Material für die Bilder des Tages da. Durch diese Stürze entwickelte sich auch das Motto „Mach was Cooles“. Etwas Cooles war anfangs noch spektakulär durch die Luft zu fliegen, jedoch zum Ende hin war es für die Meisten viel besser, cool die Piste herunter fahren zu können.

Jeden Tag mussten wir uns auch auf andere Wetterbedingungen einstellen. Trotz der abendlichen Wettervorhersage schlug das Wetter immer schnell um. Mal hatten wir Sonne, fallenden Schnee, sehr starke Winde, Nebel oder Schneeregen. Vor allem am Tag des Vorfahrens spiegelte das Wetter, kalt und Schneeregen, die Stimmung eines Jeden wieder. Hier mussten jeder einzeln unter Beobachtung der Lehrer eine abgesteckte Piste herunterfahren. Glücklicherweise haben wir diese Prüfung alle gut gemeistert und konnten uns alle gegenseitig motivieren.

Besonders unsere gesamte Gruppe untereinander verstand sich mit jeden Tag bzw. Abend besser. Viele kannten sich durch die verschiedenen Fachrichtungen erst gar nicht oder nur wenig, aber durch die gemeinsamen Tage sind wir zu einer richtigen Truppe zusammengewachsen. Mit jedem Tag steigerte sich die Lust auf das Skifahren umso mehr, sodass selbst die kurze Mittagspause eher einer halben, verschwendeten Ewigkeit glich.

Dieser Teamspirit und Spaß mündete für viele schließlich im Highlight der Woche, das selbstständige Fahren in Gruppen ohne Lehrer. Viele nutzten die freie Zeit, um nochmals in Windeseile jede Piste befahren zu können. Einige wurden eher zu „Offroad-Fahrern“ und vergaßen den Rand der Pisten völlig. Dennoch war es für viele der beste Tag der Woche, befreit von der Prüfung seinen Weg selbst entscheiden zu dürfen.

Dies zeigten auch die täglichen und damit letzten Bilder des Tages. Für viele war es auch unglaublich, als sie am Ende erneut die Übungspiste sahen und sich hinterfragten, wie es nur sein kann, dass sie noch am ersten Tag so riesige Schwierigkeiten hatten und nie geahnt hätten, dass es so einfach werden könnte. Skifahren kann anstrengend sein, ist aber in so vielen Situationen einfach unglaublich cool und schön. Und das soll sicherlich auch der Sinn hinter der ganzen Skifahrt sein. Junge Menschen zum Skifahren zu begeistern und den Zusammenhalt in so einer zusammengewürfelten Gruppe zu stärken. Aus dem Grund können wir jedem Schüler, der vor der Entscheidung steht, Skifahren als Sportkurs zu wählen, nur nahelegen, dass es die richtige Entscheidung sein wird.

Es war eine unglaubliche Zeit, die wir sicherlich nie vergessen werden! Dafür danken wir vor allem den Lehrern, die uns in jeder Situation unterstützt haben.

P.S. Die Noten sind inzwischen auch schon bekannt. Die Meisten sind glücklich! Und nicht vergessen meine Freunde; „Macht was Cooles“!

Johannes Backsmann