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Schüler der BBS Meppen nehmen am Briefmarathon teil

br 7. April 2016

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Zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember ruft Amnesty International jährlich zum Briefmarathon auf. Im vergangenen Dezember haben auch viele Klassen der Berufsbildenden Schulen Meppen an dieser Aktion unter dem Motto "Schreib für Freiheit!" teilgenommen.



Zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember ruft Amnesty International jährlich zum Briefmarathon auf. Dabei schreiben Hunderttausende Menschen weltweit Millionen Briefe. Sie drücken darin ihre Solidarität mit Menschen aus, deren Rechte verletzt werden, und appellieren an Regierungen, die Menschenrechte zu einzuhalten. Denn jeder Brief kann Folter verhindern, Menschen vor unfairen Prozessen schützen, Leben retten. Ein einziger Brief, der den Schutz der Menschenrechte verlangt, wird wahrscheinlich ungelesen weggelegt. Aber tausende Briefe sind kaum zu ignorieren. Zur weltweit größten Briefaktion für Menschen in Not und Gefahr sind auch SchülerInnen eingeladen.

Im vergangenen Dezember haben auch viele Klassen der Berufsbildenden Schulen Meppen an dieser Aktion unter dem Motto "Schreib für Freiheit!"  teilgenommen und zu den über 250.000 Appellen aus ganz Deutschland beigetragen. Bundesweit wurden an rund 290 Schulen über 49.000 Appelle geschrieben - darunter viele persönliche Solidaritätsnachrichten, die dann beispielsweise direkt an Phyoe Phyoe Aung verschickt wurden.

Sie setzten sich dabei für Albert Woodfox, Costas und zehn weitere Briefmarathon-Fälle ein. Weltweit wurden bei dieser Aktion 3.714.141 Millionen Briefe, SMS, E-Mails und Tweets verschickt - ein neuer Rekord!

Und dieses beeindruckende Engagement war erfolgreich: So wurde beispielsweise Albert Woodfox nach 44 Jahren in Einzelhaft im Februar 2016 endlich aus der Haft entlassen. Albert Woodfox sagte Amnesty gegenüber: "Die Nachrichten, die mich von Menschen außerhalb der Gefängnismauern erreicht haben, sind zu einer enormen Quelle der Stärke für mich geworden. Ich möchte mich bei allen Mitgliedern und Unterstützerinnen und Unterstützern von Amnesty International für die wundervolle Arbeit, mit der sie sich für uns eingesetzt haben, bedanken."

Darüber hinaus hatten sich beim Briefmarathon 2015 u. a. mehr als eine halbe Million Menschen für den Schutz von Mädchen und jungen Frauen in Burkina Faso eingesetzt. Dieser internationale Druck zeigte schnell Wirkung: Das Justizministerium von Burkina Faso bestätigte, dass die Regierung sich dazu verpflichtet hat, Früh- und Zwangsverheiratungen abzuschaffen. Das Ministerium erklärte, dass man sich zu diesem Schritt gezwungen gesehen habe, nachdem "Briefe, E-Mails und Nachrichten von Menschen aus der ganzen Welt eingegangen waren".

Doch auch wenn die Briefe nicht immer so explizit erwähnt werden wie vom Ministerium in Burkina Faso, so üben sie oft eine nicht zu unterschätzende Schutzfunktion aus. Zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo: Obwohl die beiden Jugendaktivisten Yves Makwambala und Fred Bauma nach wie vor im Gefängnis sitzen, bedankt sich Fred Bauma schon jetzt bei allen, die Briefe an den Präsidenten des Landes geschrieben haben: "Euer Einsatz hat uns gewiss davor bewahrt, in der Haft einer Behandlung unterzogen zu werden, die tödlich hätte enden können."

Die handgeschriebenen Postkarten, Briefe und Solidaritätsbekundungen sind ein großer Trost für Menschen, die sich in schrecklichen Situationen befinden.

Delegierten von Amnesty International war es möglich, Yecenia Armenta zu besuchen. Die zweifache Mutter befindet sich in Mexiko in Haft, nachdem man sie gefoltert und vergewaltigt hatte, damit sie den Mord an ihrem Ehemann "gesteht". Ihr wurden mehr als 8.000 Briefe und Nachrichten übergeben: "All diese Briefe, in denen steht, dass ich nicht allein bin, machen mich sehr glücklich. Ich sage mir: 'Ja, es ist wahr, ich bin nicht allein. Sie unterstützen mich wirklich.' Es ist toll, zu wissen, dass es noch Menschen gibt, die sich um die Rechte anderer sorgen - obwohl sie mich nicht einmal kennen."

Amnesty International hat auch mit Phyoe Phyoe Aung gesprochen, einer Aktivistin, die sich wegen ihrer Rolle bei Studentenprotesten in Myanmar in Haft befindet: "All diese Briefe zu bekommen bestärkt mich in dem, was wir tun. Ich habe angefangen zu begreifen, dass die Welt zusieht und uns anfeuert - wir sind nicht allein. Ich danke allen sehr für ihre Unterstützung. Auch wenn wir noch keine Reaktion der Regierung sehen, kann dies ihre Einstellung beeinflussen."

Auch Costas, der bei einem rassistischen und homophoben Angriff in Griechenland 2014 zusammengeschlagen wurde, bedankte sich bei Amnesty International: "Der Briefmarathon ist eine der wichtigsten Aktionen weltweit, und weil wir nicht in einer perfekten Welt leben, sollte und muss er weiter bestehen bleiben. Es ist einfach wundervoll! Ich bin so bewegt und danke euch von ganzem Herzen - jeder einzelnen Person, jeder Frau, jedem Mann und allen anderen, die auch nur eine halbe Zeile geschrieben und zu dieser Aktion beigetragen haben. Danke Amnesty International, dass ihr Licht in die Dunkelheit bringt."

Als Zeichen des Dankes seitens Amnesty International erhielten die Schülerinnen und Schüler der BBS eine Urkunde.

H.May