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Hand in Hand kreativ

sm 19. August 2015

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In einem dreitägigen Projekt haben 22 Schüler/innen der Zweijährigen Berufsfachschule Pflegeassistenz der BBS Meppen und die Schüler/innen des Berufsbildungsbereichs St. Vitus Schlüssel-qualifikationen beim gemeinsamen Arbeiten erprobt.



Bei hauswirtschaftlichen Prozessen wie der Nahrungszubereitung oder der Herstellung von Raumdekorationen haben sie sich in Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Kreativität, Durchhaltevermögen und Verantwortungsbewusstsein üben können.

Bei einem gegenseitigen Besuch lernten die Schüler/innen zunächst die verschiedenen Arbeitsbereiche in beiden Schulen und ihre jeweiligen Teampartner kennen, ehe es dann an die Zusammenarbeit ging: Da wurde gekocht, gebacken, Bilderrahmen hergestellt oder Pflanzgefäße, Flaschen und Armbänder dekorativ gestaltet. Menschen mit Behinderungen könnten meist viel mehr als man ihnen zunächst zutraue. Sie benötigten nur mehr Zeit als andere und seien für einen begrenzten Zeitraum am Arbeitsplatz voll konzentriert, kommentierte eine Schülerin der BFS Pflegeassistenz der BBS Meppen. Nur bei feinmotorischen Tätigkeiten habe sie ihre Unterstützung anbieten können. Anfängliche Unsicherheiten bei der Kommunikation konnten schnell überwunden werden, das gemeinsame Arbeiten bereitete allen spürbare Freude. Ein anderer Schüler resümierte die Projekttage so: "Ich habe gelernt, auch mal warten zu können und mein Gegenüber nicht zu hetzen. Auch muss ich nicht sofort unruhig werden, wenn etwas auf Anhieb nicht klappt. Alles braucht seine Zeit!" Sichtlich zufrieden ließ man die Projekttage mit einem gemeinsamen Essen ausklingen. Die Erfahrung zeigt, dass Inklusion leichter gelingen kann, als man zunächst annimmt.

Staatlich geprüfte Pflegeassistentinnen/ Pflegeassistenten werden als Assistenzkräfte in der Altenpflege, der Heilerziehungspflege und der Gesundheits- und Krankenpflege eingesetzt. Sie unterstützen Fachkräfte und arbeiten nach Einweisung und Anweisung selbständig.
Pflegeassistenten helfen bei der pflegerischen Versorgung, unterstützen bei Verrichtungen des täglichen Lebens, wirken bei Angeboten zur Aktivierung, Förderung, Tagesstrukturierung und bei der sozialen Betreuung mit. Die Qualifikation der staatlich geprüften Pflegeassistenten unterscheidet sich von den kurz ausgebildeten und angelernten Hilfskräften in pflegerischen Berufen durch die staatlich geregelte zweijährige Berufsausbildung, die Breite und Tiefe der Ausbildung und deren integrativen Ansatz.
Durch den Erwerb des Berufsabschlusses als Pflegeassistentin / Pflegeassistent verbessern sich auch die Bewerbungschancen für eine weitere Berufsausbildung. Eine Ausbildungsverkürzung ist z.B. in der Altenpflege möglich.
Zusätzlich erwerben die Schüler den Sekundarabschluss I -Realschulabschluss . Die Eingangsvoraussetzungen für diese Ausbildung sind der Hauptschulabschluss, der Nachweis der persönlichen Zuverlässigkeit (erweitertes Führungszeugnis) und der Nachweis der gesundheitlichen Eignung durch den Hausarzt. Die Schülerinnen und Schüler müssen Freude im Umgang mit Menschen haben, die aufgrund ihrer körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen ein eingeschränktes Leben führen. Sie sollen Interesse und Verständnis für die zu pflegenden und zu betreuenden Menschen mitbringen und bereit sein, sich vorurteilsfrei deren Problemen und Bedürfnissen zu nähern.
Das setzt ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen voraus. Die tägliche Arbeit mit pflegebedürftigen Menschen bedeutet eine hohe Belastung für die Schülerinnen und Schüler und verlangt ein entsprechend hohes Maß an Verantwortung, Zuverlässigkeit und großes Verantwortungsbewusstsein für sich und die zu betreuenden Menschen sind unerlässliche Voraussetzungen für das berufliche Handeln in der Ausbildung wie im späteren Beruf. Wichtig ist auch, dass die Schülerinnen und Schüler die Bereitschaft zu Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben und die Fähigkeit zur Teamarbeit mitbringen.
Die Pflegeassistenten können somit einen Beitrag für die Entschärfung des Personalmangels in der Alten- und Krankenpflege leisten.