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Produktschulung und Werksbesichtigung bei der Firma Doepke in Norden

br 14. Dezember 2015

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durch das 4. Ausbildungsjahr der Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik



Ein Schülerbericht

 

Die Doepke Schaltgeräte GmbH in Norden gehört zu den ersten Herstellern von Fehlerstromschutzschaltern weltweit. Auf der Homepage der Firma findet sich das Motto: „Das Bestreben, Mensch und Tier vor gefährlich hohen Berührungsspannungen zu schützen, steht seit jeher bei uns im Vordergrund.“

So findet man in der Angebotspalette nicht nur das weltweit größte Programm an Fehlerstromschutzschaltern, sondern auch ein breites Spektrum an Leitungsschutzschaltern und Differenzstromschutzeinrichtungen, FI/LS-Kombinationen, Reiheneinbaugeräten, Dämmerungsschaltern sowie Systeme für die Gebäudeautomation. Alles Komponenten, mit denen wir in unserer Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik tagtäglich zu tun haben. Es lag also nahe, das Angebot von Herrn Lautaro Ulloa-Ferreira aus der Verkaufsförderung der Firma Doepke anzunehmen, an einer Produktschulung mit Werksbesichtigung teilzunehmen. Den Kontakt hatte unser Klassenlehrer Herr Schmitt realisiert, sodass wir am 20. November zusammen mit ihm und Herrn Klaas aus der Praxisabteilung nach Ostfriesland fuhren.

Nach einer Begrüßung durch Herrn Stefan Davids, Leiter der Verkaufsförderung, und einer Sicherheitsunterweisung durften wir in zwei Gruppen die Produktionsstätten für die Herstellung von RCD (Fehlerstromschutzschalter) besichtigen: angefangen bei der Materialannahme über die Herstellung von Gehäusen, Bauteilen und Baugruppen aus Kunststoff mit Hilfe von Spritzgussmaschinen sowie die Stanzerei bis zur angegliederten Waschanlage. In einem besonderen Bereich, in dem Reinstraum-Bedingungen herrschen, konnten wir, durch Glaswände getrennt, bei der Herstellung von Summenstromwandlern und weitere hochempfindlicher Komponenten zusehen. Danach wurden wir durch die RCD Fertigung geführt, in der hoch entwickelte SMD-Bestückungsautomaten die Elektronik herstellen - dabei werden die Bauteile, ohne vorher zu bohren, auf die Platine gelötet. Das anschließende Montieren der RCD ist dann stark durch Handarbeit geprägt. Sehr beeindruckend ist die vollautomatisierte Funktions- und Qualitätskontrolle. Hier kommen viele Elektropneumatische Komponenten zum Einsatz, welche uns aus dem Unterricht in unserem Automatisierungslabor bekannt sind. Mit der Besichtigung der Versandabteilung endete der Werksrundgang.

Nach dem Mittagessen stand die RCD-Schulung an. Zuerst wurden prägnant die betreffenden Vorschriften und Normen vorgestellt und im Anschluss die unterschiedlichen RCD-Typen und deren spezielle Anwendungen erläutert. Ein besonderer Schwerpunkt wurde dabei auf allstromsensitive RCD vom Typ B gelegt, der in fast jedem Schaltschrank zu finden ist.

Nach der Theorie wurden dann mehrere Selbstversuche zum Ermitteln der Loslassgrenze bei Stromunfällen durchgeführt, ein sehr relevantes Thema in unserer Praxis. Der bemerkenswerteste Versuch dabei war so konstruiert, dass dem Teilnehmer eine Elektrode am Handgelenk befestigt wurde und eine zweite Elektrode in die Hand genommen werden musste. Dann wurde ein Prüfstrom durch die Hand geleitet. Hierbei zeigte sich, dass man bereits ab einem Strom von 10mA nicht mehr bewusst loslassen kann. Nur durch eine geeignete Schutzeinrichtung kann so ein geringer Fehlerstrom erkannt und sicher abgeschaltet werden.

Als Fazit können wir festhalten, dass dieser Besuch bei der Firma Doepke kurz vor unserer Gesellenprüfung unsere Kenntnisse zum Teil erweitert und sicher verfestigt hat. Wir möchten uns für die Einladung bedanken.