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Projekt "Märchen erzählen lernen" der Berufsfachschule Sozialassistenz

sm 19. August 2015

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Projekt "Märchen erzählen lernen" der Klasse I der berufsqualifizierenden zweijährigen Berufsfachschule Sozialassistenz, Schwerpunkt Sozialpädagogik, der BBS Meppen



"Und wie spricht ein Troll?"

Märchen erleben derzeit eine Renaissance- und Kinder lieben Märchen!
Es ist toll, wenn Märchen im Kindergarten vorgelesen werden. Doch durch das Vorlesen geht ein Teil der Intensität, die dem Märchen innewohnt, verloren. Dies gilt für die kleinen Zuhörer aber auch für den Erzählenden.
Was lebendiges Erzählen von Märchen ausmacht und wie man sich am besten ein Märchen aneignen kann, das wollten die Schülerinnen und Schülern der Klasse I der berufsbildenden zweijährigen Berufsfachschule Sozialassistenz, Schwerpunkt Sozialpädagogik, der BBS Meppen in einem Projekt ganz praktisch erfahren und einüben.

Deshalb beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler 1 1/2 Tage lang intensiv mit dem Themengebiet "Märchen erzählen lernen". Ihnen zur Seite standen die Klassenlehrerin und Märchenerzählerin Anita Jacobi und Sabine Lutkat, Märchenerzählerin und Vorsitzende der Europäischen Märchengesellschaft (mit Sitz in Rheine).
Nach einer theoretischen Einheit, in deren Mittelpunkt neben der Frage des eigenen Lieblingsmärchens auch die Wesensmerkmale von Märchen standen, wurde an und mit dem norwegischen Märchen "Die drei Böcke Brausewind" konzentriert gearbeitet.
Nachdem das Märchen den Schülerinnen und Schülern erzählt worden war, galt es drei Fragen zu beantworten: "Welche Eigenschaften hat ein Troll?" "Wie sieht ein Troll aus?" und "Wie spricht ein Troll?". Eigenschaften wie groß, dick, gefräßig, stinkend, dumm waren rasch benannt. Anschließend konnte jeder seiner Vorstellung eines Trolls mittels Wachsmalstift Ausdruck verleihen. Doch wie spricht ein Troll? Gemeinsam übten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der eigenen Stimmlage und Lautstärke. Eine vermeintlich leichte Aufgabe, aber im praktischen Tun wurde sie zur schwersten, denn hier galt es auch eigene Grenzen zu überwinden.
Mit Hilfe innerer Bilder, die auf Papier Gestalt annahmen, machten die Teilnehmer erste Erfahrungen im sich Aneignen und im Erzählen des Märchens. Zur Auflockerung wurden verschiedene Bewegungsspiele vorgestellt.
In einem weiteren Schritt ging es um die Frage: "Was mache ich mit Kindern im Anschluss an das erzählte Märchen?" Auch hier hatten die Schülerinnen und Schüler viele tolle Ideen, die reichten von Bildern aus Märchenwolle und Bewegungsspielen, über Malen, Rollenspiel mit selbst erstellten Masken bis zur Fenstergestaltung. Ende Februar beginnt für die Schülerinnen und Schüler das zweite Praktikum im Kindergarten. Für viele eine gute Gelegenheit, dieses Märchen mit seinen vielfältigen Möglichkeiten in den Kindergärten praktisch zu erproben.
Bei dem Beruf der Sozialassistentin, Schwerpunkt Sozialpädagogik, handelt es sich um eine Ausbildung in der zweijährigen berufsqualifizierenden Berufsfachschule. Dabei sind die Schülerinnen und Schüler pro Woche zwei Tage in der Schule und drei Tage in einer sozialpädagogischen Einrichtung (z.B. Kindergarten).
Nach erfolgreicher Beendigung der "zweijährigen berufsqualifizierenden Berufsfachschule Sozialassistenz, Schwerpunkt Sozialpädagogik", können die Absolventen als Zweitkraft in sozialpädagogischen Einrichtungen tätig werden, sie können eine weiterführende Fachschule besuchen und Erzieher werden oder sie gehen zur Fachoberschule (FOS) bzw. Berufsoberschule (BOS), um dort die allgemeine Fachhochschulreife bzw. ein fachgebundenes oder allgemeines Abitur zu erwerben.

Die Sozialassistentinnen/Sozialassistenten wirken in der sozialpädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unterstützend mit. Sozialassistenten arbeiten in Kindergärten und Kindertagesstätten, wo sie in Kooperation mit Erzieherinnen und Erziehern für die Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern in Zusammenarbeit mit den Eltern zuständig sind und hier eine Teilverantwortung übernehmen. Im Kindergarten betreuen sie die Kinder in Gruppen, fördern das soziale Verhalten und unterstützen das einzelne Kind in seiner Entwicklung. Im Hort oder in der Grundschule werden Schulkinder nach Schulschluss oder auch vor Beginn des Unterrichts betreut. Ein weiteres Arbeitsgebiet ist die Heimerziehung. Sozialassistentinnen und Sozialassistenten arbeiten hier zum Beispiel in Kinderheimen, Jugendwohnheimen, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Sie sind hier wichtige Bezugspersonen für die Kinder und Jugendlichen und sorgen für den pflegerischen Bereich, Essen und Bekleidung, und regen zu Freizeitbeschäftigungen an.