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Selbstständig – kreativ – erfolgreich: BBS Meppen organisiert Bauernhofwoche „Landwirtschaft mit allen Sinnen erleben“

br 27. Juni 2018

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Die Schülerinnen der Berufsfachschule Sozialpädagogische Assistentin/Sozialpädagogischer Assistent haben insgesamt 450 Kindergarten- und Grundschulkindern die zeitgenössische Landwirtschaft spannend und anschaulich nähergebracht.




Sie wurden dabei von etwa 10 Schülerinnen und Schüler der einjährigen Berufsfachschule Agrarwirtschaft mit verschiedenen Projekten sowie von etwa 40 Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule Gesundheit und Soziales – Fachrichtung Soziales unterstützt.

Die Bauernhofwoche „Landwirtschaft mit allen Sinnen erleben“ und das Hoffest am 22. Juni 2018 auf dem Hof Engelken in Haren war der Abschluss einer intensiven Projektarbeit. Initiiert von Christian Hüser vom Freiwilligenzentrum in Meppen, sowie der Lehrerin Anita Jacobi und dem Hofbesitzer Jens Engelken entstand die Idee einer integrativen, altersübergreifenden Hofwoche. Die 16 Schülerinnen im ersten Ausbildungsjahr zur Sozialpädagogischen Assistentin nahmen die Idee sofort begeistert auf. Mit vielen Ideen und der Erkenntnis, dass sie sich selber erst einmal über die zeitgenössische Landwirtschaft schlau machen müssen, begann die Planung.

Getragen vom Vertrauen der Lehrkräfte in die Fähigkeiten, die sie bis dahin in der Ausbildung erworben haben, machten sie sich an die Arbeit. Bei einem Rundgang verschafften sie sich einen Einblick in moderne Landwirtschaft und entwickelten erste Ideen für mögliche Stände. Mit einem hohen Maß an Eigeninitiative, Planungskompetenz, Selbstständigkeit und Zuverlässigkeit erwuchsen daraus Spiele und Aufgaben, die sowohl Kindergarten- als auch Grundschulkinder mit und ohne Handicap ansprechen.

Am Montag, 18. Juni 2018, sammelten die Schülerinnen zu Beginn der Hofwoche gemeinsam mit anderen pädagogischen Fachkräften in zwei Workshops weitere Impulse für ihre pädagogische Qualifizierung. Inhaltlich stand neben Konzentrationsübungen noch einmal alles rund um das Thema „Abenteuer Bauernhof“ im Fokus. Insgesamt also viel Rüstzeug zur Gestaltung eines Bauernhofprojektes in Kitas auch im späteren Berufsalltag.

Von Dienstag bis Freitag wurden die Kinder und ihre Erzieherinnen bzw. Lehrerinnen und Lehrern mit Bussen zum Hof Engelken gebracht und in Kleingruppen jeweils einen ganzen Vormittag von den Schülerinnen und Schülern auf dem Hof angeleitet und betreut.

Die verschiedenen landwirtschaftlichen Produkte lernten die Kinder zusätzlich in Form eines gesun-den Frühstücks kennen, das unter anderem von den Schülerinnen und Schülern vorbereitet und von Christian Hüser musikalisch begleitet wurde. „Wir sind erstaunt, wie interessiert und konzentriert die Kinder an unseren Ständen waren. Sie haben viele Fragen gestellt und viel zu erzählen gehabt“, so die Schülerin Jennifer. Zu erkunden gab es an den Ständen, die die Berufsfachschülerinnen in wochenlanger Planung und Vorbereitung entwickelt haben, eine Menge:

Einige Schülerinnen haben auf dem Hof Geräusche gesammelt und fotografiert, die beim Ge-räuschememory „Hör mal rein, was kann das sein“ zugeordnet werden mussten. Sogar der Landwirt Jens Engelken war erstaunt, dass es gar nicht so leicht ist, alte und neue Traktoren, Eiersortiermaschine und Geräusche der Biogasanlage zu unterscheiden. Neben den Maschinen bietet der Hof aber auch tierische Geräusche, wie Huhn, Hahn, Ziege oder Schaf.

Kräuter zu unterscheiden, einzuordnen und mit allen Sinnen zu untersuchen, dazu lud ein spezielles Pflanzbeet ein. Bewegungsaction entstand beim großen Kettcar-Parcours.

Der Frage „Woher kommt die Milch?“ konnten die Kinder an der Station „Kühe melken“ nachgehen. Während des Melkens der Kunst-Kuh, kam es zu vielfältigen und tiefgreifenden Gesprächen über Anatomie und Haltung von Kühen.

Im Milchquiz ging es um die Weiterverarbeitung der Milch. Die Kinder gingen der Frage nach, in welchen Lebensmitteln Milch verarbeitet ist. Erstaunt waren viele Kinder zum Beispiel über Milch in Karamellbonbons. Ebenso haben die Schülerinnen und Schüler der einjährigen Berufsfachschule Agrarwirtschaft ihr Wissen zum Thema „Was frisst die Kuh?“ und „Welche Pflanzen essen wir Menschen?“ an das Kind gebracht.

Alle Kinder, die den Hof Engelken besuchten, durften Spuren in Form eines Handabdrucks am Silo hinterlassen. Dieses sichtbare Zeichen der Gemeinschaft wird die Familie Engelken noch lange an eine aufregende Woche erinnern.

Eine Mutter mit Migrationshintergrund erzählte bewegt von der Begeisterung ihres Sohnes der abends sagte: „Mama, das war der schönste Tag meines Lebens!“ - Belohnung für all die Arbeit, Mühe und das Engagement.

Auch die Schüler zogen ein sehr positives Resümee, zum Beispiel die Schülerin Valmire: „In dieser durchaus anstrengenden Zeit haben wir eine Menge gelernt. Wenn wir später einmal ein Kindergartenfest planen sollen, schockt mich das jedenfalls nicht mehr“.

Bei allen Beteiligten besteht Einigkeit, dass dieses Projekt die Klassengemeinschaft gestärkt, die Kommunikation unter den Schulformen intensiviert und die fachliche Planungskompetenz erweitert hat. Ein Erfolg auf ganzer Linie!

S. Langer und P. Düring